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Websites28. Sept. 20267 Min. Lesezeit

Von 39 halbleeren Seiten auf 170 in 72 Stunden: der Relaunch von Nerdy.Money

Raus aus WordPress, jede leere Seite gefüllt, vier Gratis-Tools und eine deutsche Version dazu – in 72 Stunden. So sind wir bei Nerdy.Money vorgegangen, und so erkennen Sie, ob Ihre Website dasselbe braucht.

Markus BehmannGründer & Chief Unicorn Officer

In klarer Sprache: Nerdy.Money hatte 39 Seiten, 13 davon leer. In 72 Stunden haben wir daraus eine schnelle statische Website gebaut: 170 Seiten in zwei Sprachen, 19 Länder-Guides aus einem einzigen Datensatz, vier Gratis-Tools – und kein Cookie-Banner.

Angenommen, Sie spielen mit dem Gedanken, Ihre Firma nach Zypern zu verlegen. Sie stoßen auf eine Website, die genau das erklären will, und klicken auf den Zypern-Guide. Leer. Also Portugal. Auch leer. Und die eine Seite, auf der tatsächlich etwas steht, nennt für Zypern einen Steuersatz, der seit der Reform 2026 nicht mehr stimmt.

Sie würden den Tab schließen. Jeder andere auch.

Genau so sah Nerdy.Money im September 2026 aus. Die Website hilft Unternehmern und Expats, ins Ausland zu gehen und dabei legal Steuern zu sparen. Ihre Inhalte sind also das ganze Verkaufsargument. Zweiundsiebzig Stunden später hatte sie 170 Seiten, 19 Länder-Guides, vier Gratis-Tools und kein Cookie-Banner mehr.

Damit das gleich klar ist: Nerdy.Money hat unser Gründer Markus Behmann mitgegründet. Ein besseres Versuchskaninchen hätten wir kaum finden können. Wir haben unseren kompletten Relaunch-Prozess daran durchgespielt, ohne bei der Sorgfalt auch nur ein Auge zuzudrücken – und erst danach empfehlen wir denselben Schritt anderen. Hier steht, was wir genau gemacht haben. Und woran Sie merken, ob Ihre Website dasselbe braucht.

Der Ausgangspunkt: Ein Drittel der Website war leer

Nerdy.Money war gewachsen, wie viele Firmenwebsites eben wachsen: WordPress, ein Page-Builder (Divi), ein Haufen Plugins und viel guter Wille. Was an Inhalten da war, war gut. Das Problem lag drumherum.

  • 13 von 39 URLs waren leer, 3 weitere reine Platzhalter.
  • Nur ein einziger Länder-Guide war fertig (Malta). Sieben andere Länderseiten: leer. Und das auf einer Website, deren Kernprodukt Länder-Guides sind.
  • Sackgassen, wohin man klickte. Service-Buttons führten ins Leere, die Bereiche „Optimize tax“ und „Protect wealth“ hatten keinen Inhalt, und im Podcast-Player lief noch die Demo-Datei des Page-Builders.
  • Veraltete Fakten – auf einer Steuer-Website brandgefährlich. Für Zypern standen noch 12,5 % Körperschaftsteuer da (seit der Reform 2026 sind es 15 %), und Portugals NHR-Regime gibt es längst nicht mehr, an seine Stelle ist IFICI getreten.
  • Schwerfällig und voller Tracker. Cookie-Tool, Ads-Tag, Analytics-Suite, jQuery, reCAPTCHA und ein WooCommerce-Merch-Shop. Alles für eine Website, die eigentlich nur gelesen werden soll.

Das ist alles nichts Besonderes. So sieht eine Website aus, die einmal gebaut und danach jahrelang geflickt wurde. Nur: Wer Expertise verkauft, dem fällt jede leere Seite in den Rücken. Sie sagt leise: „So genau wissen wir’s auch nicht.“

Schritt 1: Erst Inventur, dann Abriss

Der teuerste Fehler bei einem Relaunch? Dinge verlieren, von denen man gar nicht wusste, dass man sie hat. Die Seite, die rankt. Den Absatz, auf den ein Partner verlinkt. Das Formular, auf das sich jemand verlässt.

Bevor wir irgendetwas gelöscht haben, haben wir deshalb jede alte Seite wortgetreu gesichert, jede URL erfasst und jede Aussage geprüft. Veraltete Zahlen bekamen eine Markierung, jede alte Seite, die etwas taugte, ein neues Zuhause. Der Merch-Shop fiel einer geschäftlichen Entscheidung zum Opfer; seine Adresse leitet jetzt auf die Startseite weiter, statt in einer 404 zu enden.

Was Sie tun können: Ziehen Sie sich heute eine Liste aller URLs Ihrer Website und geben Sie jeder ein Etikett: behalten, zusammenlegen, neu schreiben oder weiterleiten. Schon diese Liste zeigt Ihnen, wie groß Ihr Relaunch tatsächlich ist.

// kurz notiert

Sollen wir das für Sie erledigen? Wir nehmen allerdings nur wenige neue Kunden gleichzeitig an.

Prüfen, ob es passt

Schritt 2: Aus Inhalten werden Daten

Hier haben wir den Großteil der 72 Stunden gewonnen.

Wir haben eben nicht 19 Länderseiten einzeln von Hand geschrieben. Stattdessen ist jede Jurisdiktion eine strukturierte Datei: Steuersätze, Regeln zur Residenz, Kosten, Vorteile und Haken. Aus dieser einen Quelle lesen Länderseiten, Vergleichstabelle, Jurisdiction Finder und Steuerrechner.

Von Hand geschriebene SeitenInhalte als Daten
Steuersatz ändernJede Seite anfassen, die ihn erwähnt (und eine übersehen)Eine Datei ändern, alle Seiten und Tools ziehen mit
Land hinzufügenNeue Seite gestalten und textenEine Datei anlegen, die Seite baut sich von selbst
Länder vergleichenPer Copy-and-paste in eine TabelleDie Tabelle entsteht automatisch
Quellen zeigenMacht kaum jemandJede Zahl verlinkt auf eine offizielle Quelle und zeigt, wann sie zuletzt geprüft wurde

Und wir sagen offen, was noch nicht fertig ist: Länder, deren Zahlen gerade geprüft werden, tragen den Vermerk „Entwurf“, statt sich als endgültig auszugeben.

Was Sie tun können: Suchen Sie auf Ihrer Website die Inhalte, die immer wieder gleich aufgebaut sind: Produkte, Standorte, Leistungen, Referenzen. Das sind Daten, die sich als Seiten verkleidet haben. Und genau die lohnt es sich zuerst zu strukturieren.

Schritt 3: Tools statt Kacheln

Auf der alten Startseite standen statische Kacheln. Die neue beantwortet Fragen, bevor ein Besucher überhaupt mit jemandem gesprochen hat:

  1. Ein Jurisdiction Finder: sieben Fragen, danach eine Shortlist in Rangfolge, samt Begründung.
  2. Ein Steuerrechner für Körperschaft- und Dividendensteuer in allen neunzehn Jurisdiktionen.
  3. Ein Ländervergleich: bis zu drei Länder nebeneinander.
  4. Ein 183-Tage-Tracker, der die Tage für die Steuerresidenz mitzählt.

Dazu kommt eine Suche über die ganze Website. Alle vier Tools laufen im Browser der Besucher, keine Daten verlassen ihr Gerät. Bei einer Zielgruppe, der Privatsphäre viel bedeutet, zählt das doppelt.

Solche Tools landen in den Lesezeichen, werden weitergeschickt, und man kommt zu ihnen zurück. Außerdem führen sie ganz von selbst zum bezahlten Gespräch: Wer drei Länder auf seiner Shortlist hat, fragt als Nächstes fast automatisch: „Können wir das mal zusammen durchgehen?“

Was Sie tun können: Welche Frage beantwortet Ihr Vertrieb zehnmal pro Woche? Hängt die Antwort von ein paar Eingaben ab, kann daraus ein Rechner werden.

Schritt 4: Lücken schließen, gleich in zwei Sprachen

Mit dieser Struktur im Rücken konnten die Inhalte schnell wachsen: Guides zum Wegzug aus Deutschland, zur Steuerresidenz, zu Bankkonten im Ausland, zum Auswandern sowie zu Pässen und Aufenthaltstiteln. Dazu Insights, ein Glossar und FAQ-Bereiche, die für Suchmaschinen ausgezeichnet sind. Am Ende standen 85 Seiten auf Englisch und 85 auf Deutsch, und keine einzige davon ist leer.

Aus den leeren Service-Seiten wurde ein klar erklärtes Partnermodell („So funktioniert’s“) mit einem mehrstufigen Anfrageformular, das sich von jeder Länder- oder Service-Seite aus vorausfüllen lässt. Der Weg der Besucher führt jetzt von kostenlosen Inhalten über ein Tool zum bezahlten Strategiegespräch.

Was Sie tun können: Schauen Sie nach, welche Seiten Ihre besten Leads besuchen, bevor sie sich bei Ihnen melden. Dort gehört die nächste Stunde Schreibarbeit hin, nicht auf die Startseite.

Schritt 5: Weg mit allem, was keiner braucht

Am schnellsten lädt Code, der gar nicht erst ausgeliefert wird. Rausgeflogen sind:

  • das Cookie-Tool, das Ads-Tag und die Analytics-Suite (keine Cookies, also auch kein Cookie-Banner),
  • jQuery und der Page-Builder,
  • reCAPTCHA (an seiner Stelle sitzt jetzt ein unauffälligerer Spam-Schutz),
  • Brevo, denn Newsletter, Double-Opt-in, Willkommensstrecke und Lead-Formulare laufen jetzt alle über Resend.

Die Hero-Videos haben wir neu kodiert, zusammen schrumpften sie von 21,3 MB auf 8,9 MB. Bei unserer eigenen Website sind wir genauso vorgegangen. Falls Sie wissen wollen, was uns WordPress gekostet hat: Hier sind die Zahlen vorher und nachher (auf Englisch).

Was Sie tun können: Öffnen Sie die Einstellungen Ihres Cookie-Banners und schreiben Sie jedes Tool auf, für das es um Erlaubnis fragt. Dann fragen Sie sich bei jedem: Wann hat zuletzt jemand auf dieser Grundlage etwas entschieden?

Das Ergebnis

VorherNachher
PlattformWordPress + Divi, Plugins, jQueryStatische Website auf Cloudflare Pages, Deployment direkt aus GitHub
Seiten39, davon 13 leer170 (85 EN + 85 DE), keine leer
Länder-Guides1 geschrieben, 7 leer19 Jurisdiktionen aus einem Datensatz
ToolsKeineFinder, Steuerrechner, Vergleich, 183-Tage-Tracker, Suche
Cookie-BannerJaNicht nötig
Bauzeit–72 Stunden

Im Lighthouse-Test der Live-Website kommt jede Seite, die wir geprüft haben, auf 100 bei SEO und Best Practices, 99–100 bei der Desktop-Performance und 84–96 auf dem Smartphone – ohne jede Layoutverschiebung. Ein neues Land, ein neuer Guide oder ein geänderter Steuersatz ist heute eine kleine Änderung: geprüft und in wenigen Minuten live. Der Code liegt im GitHub-Repository des Kunden. Keine Theme-Lizenz, kein Plugin-Stapel, der ständig nach Updates verlangt.

Was wir noch nicht zeigen können: Besucher- und Lead-Zahlen. Die sagen nach einem Relaunch erst nach ein paar Monaten etwas aus. Nach den ersten 90 Tagen tragen wir sie hier nach, auch die, die uns nicht gut aussehen lassen.

Lohnt sich derselbe Schritt für Sie?

Nicht jede Website braucht das. Wenn täglich zehn Leute an Ihrer Website arbeiten und das Setup läuft, ist ein statischer Neubau womöglich der falsche Tausch. Genauer hinsehen sollten Sie aber, wenn Ihnen mindestens zwei dieser Punkte bekannt vorkommen:

  • Jedes Update von WordPress oder einem Plugin fühlt sich an wie Bombenentschärfen.
  • Es gibt Seiten, die Ihnen peinlich sind. Oder die schlicht leer sind.
  • Ihre Inhalte sind Ihr Vertrieb, liegen aber verstreut herum und sind nicht mehr aktuell.
  • Sie bezahlen Plugins, Tracker und Tools, in die niemand reinschaut, und obendrauf ein Cookie-Banner.
  • Sie brauchen eine zweite Sprache, und mit dem jetzigen Setup ist das eine Qual.

Möglich wurden die 72 Stunden durch eine einfache Arbeitsteilung. Der Kunde bringt das Fachwissen mit: was stimmt, was zählt, was Kunden fragen. Wir liefern die Technik-Magie und packen richtig an: Inventur, Migration, strukturierte Inhalte, Tools, Formulare, E-Mail, Performance, SEO, Hosting und Go-live. Wir arbeiten AI-native. Deshalb dauert so ein Neubau Tage statt Monate – und trotzdem prüft ein Mensch jede Angabe, auf die es ankommt.


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Geschrieben von Markus

Gründer & Chief Unicorn Officer bei VEONIO. Leitet jedes Projekt persönlich. Und kann zu einer guten Idee immer noch nicht Nein sagen.

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